Eindrücke von meiner Reise mit African Parks
Ein Löwe im Liuwa-Plain-Nationalpark, Sambia

Eindrücke von meiner Reise mit African Parks

Ende letzten Jahres habe ich Euch berichtet, warum ich mich für African Parks einsetze und eine Reise nach Afrika angekündigt. Inzwischen bin ich nach Europa zurückgekehrt, immer noch völlig erfüllt von den Eindrücken in Sambia und Ruanda, die ich gerne mit Euch teilen möchte. 

Die beiden Ziele unserer Reise waren der Liuwa-Plain-Nationalpark in Sambia und der Akagera-Nationalpark in Ruanda. Die Gespräche mit dem CEO von African Parks, Peter Fearnhead, den wir in Akagera trafen, waren hochinteressant und sehr aufschlussreich. Sie bewiesen wieder, wie entscheidend Leadership für eine erfolgreiche Organisation ist.

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Ökosysteme in Afrika können nur dann funktionieren und langfristig gedeihen, wenn ihre Erhaltung den Menschen in ihrer Umgebung zugutekommt. In der Liuwa-Ebene leben über 12 000 Menschen innerhalb der Parkgrenzen und ernähren sich von den natürlichen Ressourcen des Parks. Als African Parks 2003 die Verwaltung von Liuwa übernahm, war die Wilderei weit verbreitet, der Park beschäftigte nur 13 Personen und verfügte weder über Infrastruktur noch über Tourismus. Nur eine überlebende Löwin, Lady Liuwa, streifte durch die Ebene. Heute ist die Tierwelt in Liuwa reich und vielfältig, mit 12 Löwen, 500 Hyänen, 40 000 Gnus und vielen anderen wichtigen Tierarten. 

Der Liuwa-Plain-Nationalpark ist heute der größte Arbeitgeber der Region; über 90 Prozent der Belegschaft sind ortsansässige Bewohner. Der Park unterstützt 28 Schulen mit über 11 000 Schülerinnen und Schülern und wurde vom TIME Magazine und der New York Times als eines der schönsten Reiseziele der Welt vorgestellt.

African Parks, in Partnerschaft mit dem sambischen Department of National Parks and Wildlife (DNPW) und dem Barotse Royal Establishment (BRE), arbeitet eng mit den Gemeinden im Park zusammen, um ihnen den Wert ihres Naturerbes näherzubringen. Wir besuchten vielversprechende Gemeinschaftsinitiativen zum Aufbau nachhaltiger Lebensgrundlagen, darunter ein Bienenzuchtprojekt, und trafen uns mit den Rangern, die sich unermüdlich für den Schutz des Parks einsetzen. Wir durften dabei sein, als ein Veterinär eine Hyäne operierte, der eine Drahtschlinge 2 cm tief in den Hals eingeschnitten hatte, begleitet von einem ganzen Team von Karnivoren-Experten. Die Operation verlief erfolgreich und die Hyäne konnte sich schnell wieder erholen.

Nach Liuwa besuchten wir den Akagera-Nationalpark in Ruanda. Als African Parks 2010 die Verwaltung von Akagera in Partnerschaft mit dem Rwanda Development Board übernahm, war von der reichen biologischen Vielfalt nahezu nichts mehr übrig geblieben. Die Auswirkungen des Genozids im Jahr 1994, Millionen Flüchtlinge und die schnell wachsende Bevölkerung in diesem kleinen Land hatten die Natur fast vollständig ausgelöscht. Wenn man heute diesen wunderschönen Park besucht, kann man sich die Veränderung in einem so kurzen Zeitraum kaum vorstellen. In weniger als einem Jahrzehnt konnte sich Akagera dank seinen Tourismuseinnahmen zu über 80 Prozent selbst finanzieren.

Ein Höhepunkt in Akagera ist die wachsende Population von mehr als 20 Östlichen Spitzmaulnashörnern, einer Unterart, die zuvor lokal ausgestorben war und in ganz Afrika vom Aussterben bedroht ist. Die erste Gruppe Östlicher Spitzmaulnashörner wurde aus Südafrika wiederangesiedelt; vor kurzem wurden fünf weitere durch ein erfolgreiches Zuchtprogramm aus europäischen Zoos eingeführt, um eine nachhaltige Population aufzubauen. 

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Es ist ein unglaubliches Unterfangen, diese Tiere über mehrere tausend Kilometer zu transportieren und ihr Wohlergehen bei jedem Schritt zu gewährleisten. Auch die Löwenpopulation in Akagera, die 2015 wieder angesiedelt wurde, ist mittlerweile dramatisch angestiegen. Riesige Herden von Elefanten, Giraffen und Zebras sowie unzählige Antilopen- und Vogelarten leben nun im Park.

Besonders hervorzuheben ist das Fischereiprojekt: Zusammen mit einer kommunalen Kooperative wurden rund 30 Arbeitsplätze geschaffen. Unter der Leitung von African Parks fangen die Fischer nachhaltig rund 110 Tonnen Fisch pro Jahr und erwirtschaften über 200 000 USD Jahreseinkommen für die Kooperative – in diesem Umfeld ein riesiger wirtschaftlicher Erfolg.

Zurück in Europa werden unsere Unterhaltungen immer noch von den Eindrücken dieser Reise dominiert. Kurz nach unserer Rückkehr gab African Parks bekannt, dass der Iona-Nationalpark in Angola in sein Managementportfolio aufgenommen wurde, das nun 17 Parks in 11 Ländern mit einer Fläche von 13,5 Millionen Hektar umfasst. African Parks ist eine bemerkenswerte Organisation, die entscheidende Beiträge zur Erhaltung der einzigartigen Flora und Fauna Afrikas leistet. Das rechtfertigt jeden Einsatz zur Unterstützung von African Parks. 

Josef Rückert

--“Education is the most powerful weapon which you can use to change the world.” Nelson Mandela

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Dr Anton Rupert did a lot for the African Parks and the Wildlife in Sub Sahara Africa. (Chairman and Founder of Peace Parks Foundation)

Da musste wohl Noelani  im Hafen bleiben, im Sept. sind wir doch wieder in Tropez?

李三San

Editor at SANLIAN LIFEWEEK

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Lieber Herr Dr. Zetsche, lange Zeit nicht mehr gesehen! Hoffentlich bald Sie wieder zu sehen! Alles Gute!

Christoph Eder

Lean-Manager @ METTLER TOLEDO

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Sehr geehrter Herr Zetsche, Generelle Anmerkung zu Ihren Reise-Berichten und zu den schlauen Sprüchen daraus, die bestimmt nicht von Ihnen kommen: Hätte Ihr Haus mal lieber vor Jahren schon, mit BMW und VW zusammen, die Vision unserer Auto-Zukunft aufgebaut und diese nicht aus der Hand gegeben,  um jetzt getrieben zu werden! Statt dessen hinken Sie und damit Deutschland der Entwicklung hinterher! Gibt es wirklich keine Alternative zum Batterieauto? Sie forschen doch an der Brennstoffzelle, aber wo und wie?  Wie geht Daimler mit den -40% Arbeitskraft um, die bei Umstellung auf eine tragfähige Autozukunft wegfallen? Fällt dieser %-Satz auch im Office-Bereich weg, der das Thema jahrzehntelang verschlafen hat! Das ist Ihre Managementverantwortung und mündet nicht in Reiseberichten, sondern in realer Zukunftsvorreiterrolle! Ihr Haus und damit Sie, Ihre Vorgänger und Ihre Nachfolger, tragen gesellschaftliche Verantwortung - Das ist kein Spiel mit Zahlen, sondern, nochmals, Gestalten in 1. Reihe und das nicht in China, sondern vor allem in Deutschland! Alle reden vom Klima, wo bleiben die Arbeitsplätze bei uns? Bester Gruss Christoph Eder

Walter Hübner

Tun wiegt mehr als Reden

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Sehr geehrter, lieber Herr Zetsche, nach über drei Jahrzehnten meiner anwaltlichen Tätigkeit für die Daimler AG und Mercedes Benz freue ich mich, dass Sie sich für die Tierwelt in Afrika engagieren. Eine Leitfigur der deutschen Wirtschaft mit großer Integrations- und Überzeugungskraft kann in dem Bereich des Tier-und Umweltschutze viel bewegen. Ich danke Ihnen.

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